FDP-Fraktion im Rat der Universitätsstadt Siegen

Aufforstung

Frage: Kann die Verwaltung stadteigene Flächen außerhalb des Stadtforstes benennen, die sich sowohl für eine artengemischte Wiederaufforstung eignen, aber auch insektenfreundlich begrünt werden können?

Antwort
Ja, Beispiele werden kartenmäßig dargestellt. Ausschlaggebend für die Auswahl einer Fläche sollte entweder die Arrondierung des Stadtwaldes oder die Schaffung von größeren Flächeneinheiten sein. Beispielhaft erfüllen die Bereiche "Silberfuchs / Bürbacher Giersberg" und der "Lindenberg" diese Kriterien. Zu beachten ist, dass die Waldfläche im Stadtgebiet einen hohen Anteil einnimmt und offene Flächen, die keiner intensiven Nutzung unterliegen, nur in geringem Maße vorkommen. Eine Aufforstung von landwirtschaftlichen Flächen unterliegt der Zustimmung der Landwirtschaftskammer. Aufgrund der derzeit kalamitätsbedingt notwenigen Wiederaufforstungen im Wald und den damit verbundenen Problemen bei der Beschaffung von notwenigem Pflanzgut, sowie die aufwändige Kultursicherung, z.B. aufgrund von Mäusefraß, wird von einer kurzfristigen Aufforstung abgeraten. Vielmehr könnte die Freigabe solcher Flächen zur natürlichen Sukzession ein geeignetes Mittel darstellen. Vorteilhaft wären das natürliche Aufkommen regionaler und standorttypischer Vegetation und die geringen finanziellen Auswirkungen, die maximal aus dem Verzicht auf die jährliche Pacht bestünde. Die Attraktivität solcher Flächen für Insekten-, Vogel- und Kleinsäugerarten ergäbe sich aus einer Mischung aus Freiflächen, Strauch- und Baumbewuchs. Die Gestaltung bzw. Überlassung von Waldaußen- und Innenrändern würde ebenfalls zur Vielfalt im Wald und der Landschaft beitragen. An Waldrändern ist die Artdichte gegenüber dem Wald und der freien Landschaft deutlich höher, so dass hier ein Gewinn an Vielfalt bei geringer Flächennutzung gegeben wäre. Eine klimatische Wirksamkeit durch z.B. Bindung von CO2 aus der Atmosphäre käme ausschließlich durch die Bewaldung derzeit unbewaldeter Flächen zustande.

Frage: Ist eine solche Wiederaufforstung aus Sicht der Umweltverwaltung klimapolitisch sinnvoll?

Antwort
Die Anpflanzung von Waldflächen als CO2-Senken ist aus fachlicher Sicht unbestritten und wird deshalb von Klima-Experten als geeignete Maßnahme zur zusätzlichen CO2-Bindung empfohlen.
Rechtslage:
Aus rechtlicher Sicht bedürfen Erstaufforstungen im Stadtgebiet zunächst einer Genehmigung durch das zuständige Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein. Da hiervon das flächendeckende Landschaftsschutzgebiet in Siegen betroffen ist, wäre weiterhin im Rahmen einer Einzelfallprüfung von der Unteren Naturschutzbehörde zu prüfen, ob ggfs. schutzwürdige Flächen betroffen sind. Sollte dies der Fall sein, käme eine Erstaufforstung nicht in Frage. Erstaufforstungen in bisher offener Landschaft werden angesichts des vergleichsweise geringen Freiflächenanteils in Siegen mit ca. 13 % von der Unteren Naturschutzbehörde eher kritisch gesehen. Auch der Landschaftsplan Siegen verfolgt eher das Ziel, Tallagen zu entwalden und die offene Landschaft durch Einzelbaumplanzungen, Hecken, Feldgehölze etc. zu strukturieren. Großflächige Aufforstungen sind dort nicht das Ziel.

Da Erstaufforstungen in der Regel auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen stattfinden müssten, wäre zudem die Stellungnahme der zuständigen Landwirtschaftskammer einzuholen, die jedem weiteren Verlust an Landwirtschaftsflächen jedoch ablehnend gegenübersteht.


Druckversion Druckversion 
Suche

UNSER PROGRAMM


ÖFFNUNGSZEITEN GESCHÄFTSSTELLE

Mi. und Fr.
von 8.30 – 12.00 Uhr

Tel.: 0271 / 404 - 1536 / 1537

ANTRÄGE/ANFRAGEN
AN DEN RAT


AUS DEM RAT UND DEN AUSSCHÜSSEN


KREISVERBAND


LANDESVERBAND


POSITIONEN